Hallo Leute,
vorab ein paar wichtige Hinweise zu diesem Post:
Auch wenn ich im folgenden kurz das meistens sehr kontrovers und emotional diskutierte Thema von TERA- Proxy und Co. anschneiden werde, soll dies keineswegs eine Diskussion darüber werden, ob es nun gut oder schlecht ist, dieses Programm zu nutzen. Es existiert und wird vermutlich nicht mehr verschwinden; nur das ist wichtig, um mein Anliegen deutlich zu machen.
Ich werde außerdem etwas weiter ausholen müssen, um genau zu vermitteln, was ich hier sagen möchte. Wenn ich neuere Spieler unterwegs verliere oder ihr mir nicht komplett folgen könnt, tut mir das Leid, aber ich hoffe, dass ihr trotzdem bis zum Ende durchhaltet.
Gegen Ende wird mein Post in Verallgemeinerungen versinken. Ich weiß, dass es etwas nuancierter ist, als ich es darstelle. Wie überall im Leben gibt es auch hier Ausnahmen und Grauzonen in denen sich Leute bewegen, wenn ich das aber auch noch berücksichtigen würde, würde dieser Post nie ein Ende nehmen.
Nun zum eigentlichen Thema:
Ich habe mir in den letzten Tagen sehr viele Gedanken gemacht, wie mein eigener Weg in TERA weitergehen soll. Dabei sind mir einige Veränderungen in der Community klar geworden, die so schleichend sind, dass sie einem erst bei genauem Betrachten auffallen, nämlich, dass die Mittelschicht von TERA Spielern immer weiter erodiert, sodass ein gesundes Endgame fast nicht mehr möglich ist. Doch was genau meine ich damit? Dafür wird ein Rückblick in die spielerische Vergangenheit TERAs nötig sein.
Wunderholm Hardmode. "Endcontent" für viele Monate. Die TERA Community ist groß, selbst für diese 10-er Instanz finden sich so viele Bewerber, dass man mehr als einmal pro Run Leute ablehnen kann, nur um den Need auf Gear nicht mit Gildenmembern teilen zu müssen. Raids wie KelX oder KelXX finden regelmäßig statt, einfach nur aus Spaß an der Freude, weil man sie Dank einer breiten Masse an Spielern leicht und schnell bilden kann. Klar, das Spielermaterial, was man bekam war nicht immer perfekt, aber das war auch nicht relevant. Man konnte die Inis irgendwie clearen und nur das hat gezählt.
Das gleiche gilt für den folgenden Content. AB HM wird viel in Stammgruppen gelaufen, aber RE NM/HM Gruppen bestimmen das Bild im LFG, viele Gruppen für viele Leute. Kaum jemand bleibt auf der Strecke.
Es folgt die Levelcap- Erhöhung auf Lvl65 und mit ihr kommt SC HM. Immer mehr Stammgruppen bilden sich, Neulinge und unerfahrene Spieler haben es immer schwieriger Anschluss an den Endcontent zu finden. Außerdem kommen das erste mal Tools auf, wie ShinraMeter oder CasualMeter, die es möglich machen, genau zu sehen wann wer wieviel Schaden macht. Das MinMaxing der Progressspieler beginnt und das Aufkommen von Moongourd verändert, wie Gruppenmitglieder für Endcontent Dungeons gesucht werden grundlegend.
Fast Forward zum heutigen Tag.
Die TERA- Community ist im wesentlichen in 2 Camps gespalten: Progress und Neuling. Eine gesunde Mittelschicht aus Leuten, die den Endcontent clearen können gibt es fast nicht mehr, der LFG ist ausgestorben, niemand läuft mehr Dungeons, einfach nur, um Spaß am Spiel zu haben, entweder, weil man es nicht kann oder aber weil "der Loot da drin nicht lohnt". Wie konnte es so weit kommen? Was ist geschehen, dass die Community immer weiter schrumpft und sich diese Mittelschicht, die es einem ermöglicht hat, KelXX zu laufen oder Leute wegen gleichem Need wie Gildies für WH HM abzulehnen ohne stundenlang Ersatz zu suchen, immer weiter zurückbildet?
Dafür kann es viele Gründe geben und auf einen möchte ich hier im speziellen eingehen.
Wie wir als Community Tools wie ShinraMeter, Proxy oder Moongourd nutzen ändert grundlegend, wie sich die TERA Community in jüngerer Vergangenheit gestaltet.
Wie bei jedem Werkzeug liegt es am "Handwerker", wie gewinnbringend man es einsetzt. Leider werden sie aktuell oftmals wie ein Presslufthammer benutzt, mit dem man einen Nagel für einen Bilderrahmen in die Wand hämmern möchte. Der Nagel steckt am Ende vielleicht, aber die Wand kann man trotzdem in einem Monat abreißen.
Die weit verbreitete Nutzung dieser Tools führt immer mehr zu einer Erosion in der Community, einem Verlust der Mittelschicht, die dieses Spiel so dringend braucht um noch so lange bevölkert genug zu bleiben, damit wir noch so langfristig Spaß daran haben können, wie wir es uns alle wünschen.
Neue Spieler, die sich für den Endcontent rüsten möchten bleiben vollkommen auf der Strecke, weil schon vor einem Dungeonrun entschieden wird, ob der/diejenige überhaupt "gut genug" ist. Wenn jemand nicht an die x-millionen DPS pro Boss herankommt, die andere vielleicht machen, wird er/sie direkt als "Noob" abgestempelt und nie wieder mitgenommen.
Dieser Filter lässt nur zwei wesentliche Optionen zu: Entweder, man beißt sich durch, bleibt am Ball, investiert Stunden über Stunden in das Spiel und wird am Ende so heftig, dass man selbst zu diesen Methoden greift; oder man verliert die Lust, bleibt für immer ein "Noob" oder hört ganz mit TERA auf.
Die Mittelschicht, die in der Lage ist, den Endcontent zuverlässig zu clearen, aber kein Interesse daran hat, MinMaxing bis ins kleinste Detail zu betreiben oder in Leaderboards den schnellsten Run aller Zeiten zu schaffen kann so nicht mehr zu einer für das Spiel und die Community gesunden Größe heranwachsen.
Daher der folgende Aufruf an alle Neulinge:
Gebt nicht auf! Ihr werdet in TERA mehr gebraucht, als ihr denkt und als viele es vielleicht glauben. Helft mit, die TERA- Community wieder stark und vielseitig zu machen.
und ein Aufruf an alle, die oben genannte Tools nutzen:
Akzeptiert die Spieler so wie sie sind. Nutzt die Werkzeuge, die ihr zur Verfügung habt so, dass ihr für eure Bedürfnisse bestens bedient seid, aber macht Seiten wie Moongourd nicht zu eurer Bibel. Mit Aussagen wie "den nehmen wir nicht mit, der macht keinen DPS" schadet ihr auf lange Sicht auch euch selbst, denn TERA ist mittlerweile an einem Punkt, an dem jeder Spieler, der aufhört schmerzlich vermisst wird.
Wir müssen alle zusammen an einem Strang ziehen wenn wir noch lange etwas von diesem Spiel haben möchten.
Ich hoffe, dass wir hier eine sachliche Diskussion führen können, frei von Wertungen, Anschuldigungen oder sonst irgendeinem Kram, den niemand gebrauchen kann und der nirgendwo hin führt.
Ich bin gespannt was ihr zu diesem Thema zu sagen habt!