Mondlichter


  • Buch der Erinnerungen, 11. Eintrag: Des Eisens weicher Kern (3/3)

    "Wo rennst du hin, oh Harpyie, Herrin der Winde, Trepp auf Trepp ab, suchst demnächst du Kinder und Blinde. Wo bist du kleine Miss Ann? Kochst schon im Topf neben Seamus und Sam.", Wandreim aus dem Tempel der Shakra.


    Wahrlich. Den Tag konnte nichts ruinieren. Doch was war mit den Wochen danach? Zahlreiche Banner und Laternen der Mondlichter strahlten ihren Weg in die Nacht hinaus und beleuchteten den Vorplatz von Höhenwacht, jeden Tag aufs Neue, jeden Tag aufs Täglichste mit Liebe zum Detail und besonderen Platzierungsideen. Misbilligende und begeisterte Worte diesbzeüglich wurden tuschelnd gewechselt. Ohren wurden vernommen, Ohren wurden gestopft. Doch wen kümmerte, was am Tresen oder auf der Straße gesprochen wurde? Die Schatten kümmerte es. Und so half alles nichts. Der ehemalige Ruf von damals musste weg und sollte einem Neuen weichen. Und so schnippte Mhina Mondtanz ungeduldig mit dem Finger und wartete auf Divx, der von einem nächtlichen Auftrag kommen sollte. Denn Ruhe kannte sie nicht, bis alles erledigt war. Garret beobachtete sie vorsichtig, mit Blicken ihre Augenringe ertastend. Ihre Ruhe war zerbrechlich und so die seine.. Es wüteten bereits genügend Dämonen in beider Köpfe und spukten auch des Nachts, bespuckten sie mit unschönen Worten oder zerrten an ihren Nerven. Sie würde es aber dennoch verkraften und verarbeiten. Genauso, wie er selbst es verkraftete und verarbeitete. "Wir sind die Musikmacher, wir sind die Träumer", hatte Tiasel einmal gesagt. "Solche Personen erschaffen sich jeden Tag neu und bauen auf den vorangegangenen Tag auf." Tiasel die Weise. Garret grinste keck bei diesem Gedanken, dachte an die kleine weise Katze, die Tiasel sich zugelegt hatte und blinzelte gedankenverloren von seinem Platz auf der Mauer herunter. Plötzlich raschelte eine Tonne und die kleine Divx, eine Elin kaum größer als ein Popori, arbeitete sich dahinter hervor, wechselte ein paar Worte mit Mhina, übergab einen Brief und nahm einen entgegen, nickte kurz, betrachtete argwöhnisch die Monsterpeitsche Mhinas und verschwand wieder in einer Gasse. Mhina drehte sich um, ihre Hände in die Seiten gestützt. "Wird es heute eine Gildenbesprechung geben, Garret?" Der Schatten fummelte in seiner Hosentasche und zog einen Zahnstocher darauß hervor, steckte ihn sich in den Mund, kaute darauf herum und öffnete das Siegel des Briefes, den Mhina in der Hand hielt und den sie ihm willens reichte. "Das hängt vom Inhalt des Briefes ab." Der Dieb zog eine Augenbraue hoch, erschauderte kurz in Anbetracht der langen Liste und lächelte dann knapp. Was hatte er anders erwartet? Eine Fusion würde nicht ohne Anlaufschwierigkeiten funktionieren. Und schon garnicht bei einer Erwartungshaltung mancher Mondlichter. Er seufzte kurz und laß das Hauptthema: Kommunikation. Darunter standen in zierlicher Handschrift geschrieben "Räumlichkeiten renovieren, Rangverwaltung aufpeppen, neuer Rang "Glutschimmer" und "Teamwork in Instanzen".Garret schluckte. Noch mehr Teamwork. Kommunikation und Teamwork. Beides Themen, die so vielschichtig waren, wie die Personen die kommunizieren und diskutieren wollten. "Mhina, es gibt eine Besprechung, ruf alle zusammen. Der Abend bringt das Übrige, das Nötige. Mach dir keine Sorgen". "Und du keine Gedanken!", Mhina verpuffte. Auch sie hatte diesen Trick gelernt.

    Und so war es. Zweiundzwanzig Mondlichter tummelten sich um den See der Tränen und wurden schon bald in die halboffene Höhle inmitten eines der Canyons durch den Teleport des Gildenzusammenrufs geworfen, purzelten übereinander und untereinander, verschafften sich Platz auf Hütten, in Ecken oder in Mulden. Der Dieb räusperte sich, alle hörten der kurzen Eröffnungsrede zu und dann war es soweit. "Willkommen erstmal erneut an alle. An alle alten und neuen Mondlichter." Und dann ging es los. Schwierigkeiten wurden diskutiert, Lösungen für Probleme gefunden, die gelöst werden konnten. Situationen und Szenarios wurden verworfen, andere dafür eingefügt. Der Tag wankte zur Neige. Und so die Aufmerksamkeit aller. Garret wusste das, er konnte es jedoch nicht ändern. Zu guter letzt hatten sie alle Punkte durchgekaut. Eine Stunde zwanzig später . Garrets Kopf rauchte etwas. Er legte sich müde auf das Dach und schaute auf die nun miteinander scherzenden und lachenden Personen herab. Er drehte sich um und betrachtete Mhinas Augen und sah tief in sie hinein. Hinein in ihre strengen Gesichtszüge, hinein in ihre dunklen Haare und hinein in das Funkeln in ihrer Augen. Er sah es genau. Langsam lösten sich die kleinen Stressfalten um Mhinas Gesicht und sie begann ebenfalls müde zu lächeln. Sie drehte ihren Kopf lachte Garret fröhlich an. Er zwinkerte zurück und sah sich um. Viele der Mondlichter waren froh und ausgelassen oder hatten zumindest ein Grinsen auf dem Gesicht. Yue lachte. Tiasel lachte. Sogar der Stein Thamyca lachte dunkel und tief aus dem inneren seiner Gestalt. Der Schatten Dana schaute etwas skeptisch zu der kleinen Elin Tschie, die auf dem verteilten Popcorn rumkaute und lächelte dann doch nach kurzer Zeit auch. Hysea scherzte mal wieder mit Taziio umher, tollte um Akio, welcher daraufhin an Danas Haaren zog, während Janalina und Cherobièn mit Helnaani, Void und Timestealer schnatterten. Und als der Tag und das Tosen des ohrenbetäubenden Feuerwerks, welches Hotsweety gespendet hatte, erlischte und die letzten Funken im Gewölbe ihre Strahlen verloren hatten, wusste Garret: Die Zeit, die sie Besprechung nannten, war Gott sei dank- wieder mal - gut verlaufen. Er seufzte schwer. Noch mehr Zeit würde ins Land gehen. Noch viel mehr Zeit. Gemeinsam, als Ganzes. Als Team. Als Gemeinschaft. Als Gilde.

    Als besondere, einzigartige Mondlichter des kargen Landes Yurian.



    Wir wünschen euch nachträglich ein schönes, schauriges Halloween und freuen uns bereits mit euch - und allen Komerzgandalfs - auf Weihnachten!


    Zusammenfassung - Die wichtigsten Punkte zuerst:
    • Fusion ist gut geglückt <3
    • Die Gilde ist so stark, dass sie ganze Bäume in Tenebris, Antaros und LU ausreißen möchte 8)
    • Wir suchen weiterhin Verstärkung für dieses Vorhaben :stick:

    Ich weise jedoch explizit darauf hin, dass wir diese Ziele gechillt angehen.
    Wer sich Stress machen möchte und schnell schneller am schnellsten alles erreichen will, ist besser in einer Progressgilde aufgehoben.
    Wir machen uns keinen Stress und ihr besser auch nicht.

    Bewerbungen können nach wie vor über unser Discord oder Forum eingereicht werden, nach wie vor präferiert ab +439er Gear mit Discord und einer gewissen Grundaktivität:
    https://discord.gg/EbBJ6aX
    http://darkness-falls.forumieren.net/


    Wer uns besuchen möchte, ist herzlich dazu eingeladen und wird einen Freundesstatus erhalten.
    Wer sich nicht benehmen kann oder Mondlichter umgarnt nicht. :doofy: [/i]


    Wer an unserem Vergo-Raid teilnehmen will, findet dort im Discord einen Kanal und ein Anmeldeformular.
    Aktuell startet die Planung des Raids jede Woche Samstag ab ~19:00.


    Wir freuen uns auf euch!
     :borg: 


    :beer::xeno::chainsaw::ninja::rocketlauncher::beer:



  • Buch der Erinnerungen, 12. Eintrag: Timää


    Gedankenverloren schrieb Garret nachdenklich eine Absage zu der neusten, etwas herzlos anmutenden Bewerbung, welche sie von Goldi und Tillimdead vergangenen Mittwoch erhalten hatten, mit der Bitte, dass Sie es sich noch einmal überlegen sollten und um nächstes Mal mit etwas mehr Überzeugung anzufragen. Er träufelte etwas Kerzenwachs einer lila Kerze mit Streifen, deren Schatten im Licht und aufsteigenden Ruß flackerte, auf das Pergamentpapier, drückte den Siegelring der Mondlichter darauf und runzelte die Stirn. Er seufzte traurig. Erst waren Yue und Kurtinger gegangen, um ihre eigenen Wege zu gehen, nun musste er sie abweisen. Sie hätten sehr gut ins Team gepasst, wenn Sie etwas mehr Ernst und Überzeugung mitgebracht hätten, dass ihr Aufenthalt einer anderen Sache gedient hätte, als ihrer offensichtlichen Suche nach Bespaßung. Mhina hatte ihnen klar ins Gesicht gesagt, was sie hiervon hielt.


    Garret drehte sich, schaute sich im Raum umher und entdeckte Mhina, die glücklich mit sich selbst ein Kartenspiel namens "Finale Fantasie" spielte und Thamador, welcher seinen Bogen gemeinsam mit Nachtklang auf die nächste Runde in Lians Untergrundhalle vorbereitete. Sie hatten dort noch etwas zu erledigen. Mhina und Nachtklang wirkten winzig im Vergleich zum Baraka, welcher sich unwahrscheinlich präzise und schnell für einen Stein bewegte. Garret zog erstaunt eine Augenbraue empor und ließ seinen Blick weiterschweifen. Er erkannte im Schatten hinter dem Fenster den Popori Timää, welcher erst kürzlich zu ihnen gestoßen war. Garret erhob sich und setzte sich auf die Fensterbank, zog ein Stück Holz hervor und fing an zu schnitzen. "Wie gehts vorran mein Gutester?". Garret legte den Kopf schief, als er die Brandstellen im Fell des Popori erkannt hatte, welcher kurz erschrocken zusammenzuckte. Er hatte Garret nicht kommen gehört. "Immer diese Ninjas", murmelte er in seine Schnurrhaare. "Es geht voran. Ich habe die Leistungsunterschiede zwischen mir und bereits fähigeren Mondlichtern gelernt." Er deutete auf seine verkohlten Finger. "Der Unterschied zwischen Kalivans Kriegsgaleere und RK9 ist mit einer Betonplatte zu vergleichen, welche mit der Fallgeschwindigkeit von 9,81 m/s auf einen Schokomuffin klatscht. Ich bin in dem Fall der Muffin. Aber ich habe Spaß mit der Herausforderung an sich und ich konzentriere mich gerade auf meine Erwachung. Tiasel und Hot...", er deutete auf die Elfendame und die Castanic, welche sich zu ihnen gesellten, "...meinten, dass danach das Heilen eine Nebensache würde, Mauz!" Timääs Augen strahlten hoffnungsvoll auf. Tiasel lächelte. Sie wusste nur zu gut, was Timää erwarten würde.
    "Das Fest in Velika ist darüber hinaus sehr...lecker. Spaß...Freunde...Ich konnte sogar einen Preis gewinnen!...Und ich kann euch eine Geschichte erzählen." Timää nieste und spuckte etwas Blut in einTaschentuch, welches Mhina hervorgezogen hatte, die sich nun auch gemeinsam mit Taiyouya hinzusetzte. "Alles begann...mit eben dieser Erwachung, von der alle reden. Ich stand in der Mitte von Vulkanen und dachte bereits, dass alles vergebens war. Eine Reise. Meine Reise, ein Weg ohne Wiederkehr. Erst die Drachen in Velika, Schmerz, Panik, Tod...Ich verfolgte sie, die Drachen. Das erste Mal, das ich Hass und Wut wirklich spürte. Ich verfolgte sie bis hin zu ihrem Nest. Ich tötete sie. Jeden Einzelnen von Ihnen.", Timää hustete und plötzlich trat ein Schatten in seine sonst so leuchtenden Katzenpoporiaugen."Bis zu ihm. Khemadia!", Timää schnaubte trocken. "Er war groß. Er war schwarz. Er brachte Feuer. Er tötete Vasallen, Gefährten...Freunde. Er war für all das verantwortlich, das so viel Leid über uns kam." Timää nahm seinen Stab und vollführte eine Geste und stieß seinen Stab auf den Boden, der ein hölzernes Krachen von sich gab."Ich stellte mich ihm mutig entgegen. Doch ich war nur eine Feder in seinem Wind. Meine Knochen brachen, mein Körper zerschmetterte,", Timääs Stimme senkte sich "... ich starb." Garret hielt inne. Er hatte sich geschnitten. Heises, rotes Blut tropfte auf den kalten Boden. "Doch", Timää füllte seine fellige Brust wodurch er größer wirkte "Ich sagte zu mir selbst: Leg die Zweifel ab, deine Reise ist noch nicht vorbei!" Tiasels Augen funkelten. "Eine Stimme dröhnte in meinem Kopf, ich sah die Geister und Dämonen der vergangenen Zeit. Sie starrten mich an und ich...ich starrte zurück." Hot lachte silbern kichernd. "Ich konnte mich nicht bewegen. Ich spürte soviel Schmerz und Leid. Soviel, dass es mich innerlich zerfraß. Ich starb....wieder. Ich dachte an euch alle hier, an Garret, an Mhina, an eure Freundlichkeit und an mein Versprechen. Ich versprach besser zu werden. Und so konnte ich dort nicht sterben, obwohl...ich konnte es nicht erfüllen. Ich starb erneut." Timää amete schwer hinsichtlich der Energie seiner Worte. " - Die Mondlichter helfen einander -, hatte Garret gesagt. Ich hörte das Echo der Worte in meinem Geist. So plötzlich, wie unerwartet. - Die Mondlichter unterstützen einander. - Auch die Stimme von Mhina hatte in mir zu diesem Spiel aus Wahnsinn und Verwirrung gesprochen." Timää schaute Mhina an, die Garret anmutig einen Verband zurechtschnitt. "Ich öffnete meine Augen. Mein Körper lag blutend, gebrochen und geschunden auf dem kalten Steinboden. Ich spürte nichts, nur die Kälte....und...der Schmerz? Wo war der Schmerz?" Timää grinste breit und stellte sich in die Mitte der Zuhörenden. "Er..." , das Mondlicht breitete seine kurzen Arme aus, "...es war WEG!!". Timää vollführte eine wegwischende Geste."Stattdessen trat eine Stimme in die entstandene Kerbe, welche wild - STELLE DICH DEINER ANGST!!! - rief und es auch von mir verlangte! Woher kam diese Stimme, möchtet ihr wissen? Ich weis es bis heute nicht. Ich versuchte mich umzublicken....und... ich konnte tatsächlich aufstehen!" Timää stapfte mit den Beinen als ob er aufstehen würde."Und da war ich. Vor mir manifestierte sich die geballte Masse meiner inneren Dämonen: Zweifel. Der Zweifel an meine Leistung, meiner Versprechen, meiner Freunde. Der Zweifel an mir. In einem ironischen Selbsthass rannte ich dem Dämon entgegen und stellte mich ihm." Timää wirbelte mit seinem Stab umher und vollführte Kampfgesten."Und... nach für mich gefühlt mehreren Leben andauernden Scharmützeln konnte ich meine inneren Dämonen besiegen. Ich dachte an nichts, ich wollte meine Versprechen einfach einhalten.", Timää schnaubte und heulte laut auf "FÜR DIE MONDLICHTER! - Brach es aus meinem verstummten Hals empor! Mit diesen Worten zerstreuten sich die tiefen Schatten meiner Ängste und so meine Dämonen." Timää setzte sich. "Ich spürte wieder Schmerz, ich spürte Tod, ich spürte Angst...und ich starb erneut....nur um... nur um ein warmes Gefühl auf meiner Brust zu spüren, das mich erwachen ließ." Er deutete zu Thamyca und Nachtklang. "Vor mir sah ich die Mitglieder der Mondlichter, die die ich noch nicht lange kannte. Die, denen ich nur eine Last gewesen bin. Sie alle standen um mich herum und schauten auf mich herab. Zu meiner Überraschung lächelten sie. Sie sahen mich freudig an, gaben mir das Gefühl von Wärme." Die Nackenhaare aller Anwesenden stellten sich auf. "Sie flüsterten - Deine Reise ist nicht vorbei. -, kicherten durcheinander und mein Schädel dröhnte. Ich wusste selbst, dass es nicht vorbei ist. Ich muss stärker werden. Ich muss besser werden. ICH WILL EIN MONDLICHT WERDEN!", flüsterte Timää mit Überzeugung. Eben jener Überzeugung, die Garret bei Goldi und Tillimdead vermisst hatte."Die Schemen verschwanden vor mir und Mystel tauchte auf. Sie sprach: <<Wenn du Stärke suchst, kannst du sie finden. Wenn du dich nur auf andere verlässt, wirst du verlassen. Denke an diese Worte, kleiner Miesekater.>> Sie verschwand."

    Timää stand auf und bewegte sich zu seiner Geschichte. "Ich blickte umher. Der Mond strahlte in einem sanften Licht, wie ich es in der ersten Zusammenkunft der Mondlichter gesehen hatte, bei der ich beiwohnen durfte. Ich stellte mir vor, dieser Mond strahlt nur für mich. Für mich allein....oder halt...nein, sagte ich mir. Er scheint für alle Mondlichter. Für alle Kinder des Mondes! " Garret zupfte an seiner Augenbraue. "Ich spürte, wie leicht mein Körper wurde, wie sanft meine Seele dem Mond entgegen flog. Und wieder hörte ich die Worte. <<Deine Reise ist noch nicht zu ende.>> Es hallte ein letztes Mal, bevor ich wieder zu mir kam. Ich war wiedergeboren worden. Und stand erneut vor ihm... vor ihm, dem Schattentöter... vor Khemadia. Und ich wusste, dass dieser Kampf einen anderen Ausgang haben würde, als das letzte Mal, Mauz. Und so war es, als ich ihm entgegen rannte."
    Der Popori schmatze und setzte sich zu den anderen. Seine Erzählung hatte aufgehört.

    Garret brummte. "Khemadia hat meinen Titel gestohlen. ... aber, dass du das geschafft hast, ist sehr gut. Auch, wenn ich Muffins nicht mag. Und Beton noch weniger." Er stocherte unsicher und wählerisch an seinem Verband herum, welcher eine Herzschleife hatte, von der er nicht wusste, was er davon halten sollte. "Die Erwachung bringt schon seine Vorteile. Es ist aber auch schwer sie zu erringen. Khemadia ist ein garstiger Geselle... und ja, ich war auch dort. Auf dem Fest in Velika. Ein guter Ort, um sich die Taschen zu füllen."; Garret kicherte. " Wie auch immer. Wenn du wieder Hilfe brauchst, egal ob mit leckeren Speisen oder etwas anderem, was dein Herz füllt...", er drückte auf die verbrannte Stelle im Fell des Popori, " dann lass es uns wissen und zieh nicht alleine los. Wir greifen dir unter die Arme, wenn der Herzlose wieder zupackt und schmettert." Garret kramte in seinem Mantel und zog ein vierblättriges Kleeblatt hervor, welches er in die Jackentasche von Timää einwebte. "Du hattest Glück. Schön, dass du noch lebst...also herzlichen Glückwunsch, Mondlicht." Garret erhob sich und verlies die Runde, schritt zur Tür und schaute hinaus. In seinem Rücken bemerkte er die Schatten der Damen, die den Popori und seine Brandstellen versorgten. Der Mond schien klar. Morgen sollte es wieder soweit sein. Eine weitere Versammlung der Mondlichter.


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    Restliche Infos folgen nach dem wöchentlichen Kaffeeklatsch.


    Beste Grüße
    13thgrave

  • Buch der Erinnerungen, 13. Eintrag: Der neue Sport



    Timää beäugte groß die Gesellschaft, die sich an die Tafel gesetzt hatte, um zu speisen. Alle saßen sie da, der Nasenreihe nach aufgereiht in der Taverne in Habere am großen Weihnachtsbaum und ließen sich ihre Geschenke, die einige der Gilde mühsam eine Woche zuvor gesammelt hatten, verteilen. Manche freuten sich über die Kleinigkeiten, die es da gab, andere fragten sich, was sie denn mit Farbe sollten und freuten sich eher über die kleine Goldzugabe, die Garret aus seinem Beutel zog...Weihnachtsgeld. Und das, obwohl niemand im direkten Sinne für die Gilde arbeitete. Nachtklang sagte laut "Danke!" und der uralte Tripple H zog eine Farbkanister nach dem anderen aus seiner Tasche. Aber natürlich wurde auch kurz miteinander gesprochen. Doch die Themen fielen dieses Mal schwer, denn wiedermal fehlte eine gewisse Mhina Mondtanz, deren Temperament und Überzeugung als ehemalige Gildenleiterin sie erneut von den Lichtern weggetrieben hatte. Natürlich hatte sie ihren treuen Schatten DivX mitgenommen. Garret setzte kurz an "Hat nochjemand Fragen zu dem Vorfall?" ... natürlich hatte niemand wirklich fragen, außer der neugierigen Xavhina. "Wieso ist Mhina gegangen?" Garret atmete tief und langsam aus und beantwortete die Frage kurz und knapp. Ihm gefiel das Thema genauso wenig, wie anderen in der Runde, wusste er doch, dass durch den Austritt des Coleads einige wenige Tage danach gehen würden. "Mehrere Interessen sind oft schwer zu vereinbaren, insbesondere wenn es um Entscheidungen geht. Sie war da leider keine Ausnahme.", lautete die Antwort proforma und knapp und hatte keine Lust sich groß zu erklären oder allen die Stimmung zu vermiesen. Garret hatte deshalb noch nicht mal die Weihnachtsgeschichte verlesen, die zum Nachdenken anregen sollte und hatte sie stattdessen nur einer bestimmten Person spät am Abend erzählt.



    Und so kam es auch, dass kurz darauf aufgrund der neu ausgebrochenen Sportart des Fischens, welcher von Göttin Velik als Haupttätigkeit verordnet wurde, der Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten und allgemeiner Unlust ein regelrechtes Desinteresse an gemeinsamen Aktivitäten ausbrach und eine Hand voll Mondlichter in die weite Welt hinaus zog, um "höheren Zielen" und Berufungen nachzugehen und der allgemeinen Trägheit zu entkommen. Auch die Mondlichter wurden träge und fett, so wie es alle Menschen in der "gemütlichen Weihnachtszeit" und am Ende eines vielmals bezwungenen Feindes zu pflegen taten, insbesondere der Meisterangler Timää, der sich mehr mit Fischen als mit Kerkergängen beschäftigt sah und darin seine Berufung fand, die dicksten Fische an Land zu ziehen, ihnen den Kopf abzubeißen und der Gilde einen herzallerliebsten Eintopf zu servieren. Der Eintopf am Silvesterabend lockte besonders und so versammelten sich alle in ihrer Behausung im ehemaligen Elfenhain, wo Hysea gemeinsam mit Taziio und Helnaani die Blumen goss und Taiyouya, mit Arzneimitteln und Pflastern bewaffnet, schon sehensüchtig auf sie alle gewartet hatte. Auch Stewart und Josh, der sich nun Eloboost nannte, waren dazu gekommen. Er hatte Ahrianna und ihre Familie mitgebracht. Sie sollten und wollten mindestens für die nächsten drei Monate bei den Mondlichtern bleiben. Manchen, wie Hotsweety, war das ewige Streben nach Damage und die übelen, sekundenschnellen Verrenkungen auch einfach zu langweilig geworden. Garret verstand das, denn ihm erging es selbst nicht anders.


    Und so kam es. Neujahr. Nimashis Elin-Augen leuchteten und spiegelten das Licht wieder, das am Himmel erstrahlte. "Ich weiß, du bist eine Katze, aber warum riechst du so nach Fisch?" Janalina schaute keck zu Timää, dem Popori, welcher verträumt mit seiner roten Bommelmütze unter dem Weihnachtsbaum saß und zusammen mit Sweetblue Weihnachtslieder summte. Er drehte sich um und entgegnete: "Hast du die letzten Tage den Velika Kurier gelesen? Das große Fischsterben in allen Gewässern? Das war ich!" Taiyouyas's Augen weiteten sich, denn sie war dem Tierschutz beigetreten und entließ jeden vierten Fisch wieder ihrer Angel, als symbolischer Widerstand gegen die Staatsgewalt. "Ich bin dem Anglerverband beigetreten und habe sofort erkannt, dass dies mein großes Talent ist. Ich habe dutzende, hunderte, ach was sag ich, tausende Fische geangelt." Thamador fragte erstaunt nach: "Was macht denn ein Popori mit so vielen Fischen?" Timää fing an zu singen: "Messer rein, Gedärme raus. Ich habe mich die letzten Tage durch so viele Fischinnereien gewühlt, dass ich locker einen Pullover aus den Gedärmen hätte stricken können. Alle Restaurants in Arboera habe ich mit meinen Speisen beliefert." Der kleinen Elin Marlee wurde blas und grün, die sich neben Taiyouya und Nimashi gesetzt hatte. "Aber ich dachte, die Popori sind mit der Natur verbunden, würde diese lieben und ehren???", entgegnete der Baraka bestürzt. "Das mag stimmen," erwiderte Timää, "aber gebraten, filetiert, gekocht oder gedünstet ist mir die Natur am liebsten." Plötzlich huschte ein Schatten durch den halben Raum. Garret reagierte blitzschnell, packte Marlee, hielt ihr die Hand vor den Mund und rannte mit ihr unterm Arm zum nächsten Waschraum mit Fenster, um ihren Mageninhalt - so wie Taiyouya jeden vierten Fisch - wieder der Natur zu übergeben.

    Und so sicher, wie es gewesen war, dass sich Marlee übergeben würde, wusste Garret, dass das neue Jahr neue Wege der Gilde bedeuten würde. Er lehnte sich zurück und genoss den fröhlichen grünen, übelriechenden Strahl, der in die Begonien schoss und schmunzelte entspannt, die Bröckchen des Fisches begutachtend. Es war sicherlich wieder einer der kleinen Bunten gewesen. Diese Fische mochte Timää besonders. Nun... Es würde schon wieder alles in Ordnung kommen. Sie würden sich bei manchen in Erinnerung rufen, spätestens, wenn neue Bedrohungen lauterten.

    Dafür würden sie - alle gemeinsam - schon sorgen... Leider ohne Nachtklang, ...ohne Delista ... und auch ohne Jiri, deren Weg nach Mystel führte. Und auch ohne Tiasel, Obereru und Hydralia, die in anderen Orten ihre Weisheit schulten. Und doch... Sie waren eins. Und würden es auch immer wieder im Herzen werden. Denn sie waren Mondlichter. Und Mondlichter vergisst man nicht.


    Marlee zappelte wild und erbrach einen weiteren grün-gelblich-wässrigen Strahl durch die Öffnung hinunter in den Garten. Garret runzelte die Stirn... Wie viel und weit eine kleine Elin doch zu erbrechen vermochte. Er lachte. Sein persönlicher, neuer Sport war geboren. Officer Natalie und Yeniffer des Aroborea Police Departments würden ihn wieder verhaften wollen, denn er würde noch so einige Suppenteller mit kleinen Elins und anderen Leckermäulern in der Zukunft gemeinsam in Höhenwacht und anderen öffentlichen, hoch gelegenen Orten löffeln dürfen. Bestimmt war Shoula die Nächste, wenn auch vielleicht nicht an diesem Abend. In der Ferne betrachtete Garret argwöhnisch den Rücken der Castanic Timestealer, deren Reisestockbündel auf ihrem feingliedrigen Rücken schon nur noch in der Ferne auf der Suche nach "Mehr von allem" zu sehen war. Garret seufzte. Er würde - trotz allem - auch sie vermissen.

  • Buch der Erinnerungen, 14. Eintrag: Die Geschichten der Alten


    Die Wintermonate waren hart und karg und nur wenige trauten sich aus der Tür des Gildenhauses, hinaus in die Kälte der Nacht, schonten ihre Kräfte und verkrochen sich lieber am wärmenden Ofen und bei den Geschichten, die Garret erfunden hatte... oder direkt in den Höllenfeuern eines Dungeons der alten Welt ... doch wo war Garret eigentlich geblieben? Eines Tages lag ein Brief auf Taiyouyas Nachttisch. Zerknittertert, mehrfach zerknüllt und doch in ordentlicher, zittrig geschriebener Handschrift und den üblichen Schnörkeln.

    "Ich bin weg, neue Welten erkunden und Probleme lösen. Wer mich erreichen will hinterlässt eine Nachricht." Doch es hinterließ niemand eine Nachricht. Und auch der sonstig rege Verkehr in den Hallen des Hauses wisch dem stöhnenden Schweigen eines leeren Raumes einer sonst so fröhlichen Gemeinschaft. Stewart zuckte mit den Schultern und führte seine Arbeit fort. Auch die ungeduldige Ninja-Elin Lilay zog es weiter in die Dungeons. Der Rest wartete irgendwo auf bessere Tage, die auch wieder kommen sollten. Und so war es.


    Ein lautes Krachen, Jaulen und Gefluche weckten eines Abends Taiyouya aus ihrem wohl verdienten Schlaf. Der Diehlenboden quietschte und die Fenster wackelten im Sturm des Windes, der gegen die Hauswand preschte. Ihre Decke flog davon und sie stand kerzengerade, jedoch nur mit ihrem Nachtgewand und Ihren Zaubern bewaffnet auf und lugte vorsichtig durch die hölzerne Tür hin zu der Öffnung des großen Saales. Ihre Nackenhaare standen zu Berge, ihre grünen Augen und schwarzen Pupillen weiteten sich...und doch musste sie schmunzeln, als sie sich selbst bei dem Versuch ertappte, sich mit dem Gedanken an die Ungeheuer, die Ihr Geliebter Großeltern nannte, zu beruhigen. Und dann ... der Stuhl war umgestoßen. Die Tür stand weit offen und entriegelt und wurde wohl vom Wind wieder zugezogen, als derjenige...diejenigen eingetreten...nein, eingedrungen waren. In ihr Haus, ihre Behausung. Und gerade jetzt, wo alle unterwegs waren und sie alleine hier Wache hielt....und dann erschütterte sie es und ihre Ohren lauschten spitz in die tiefe Nacht hinein. "Hast du Angst?", fragte eine gefühlslose, monotone Stimme aus dem Raum. "Sollte ich das haben?", antwortete sie scheinbar selbstsicher, zog ihrerseits die Tür auf und ließ eine grüne Wolke um ihre Hände wabbern. Es löste sich ein Schatten, der vorher wie zum Interrieur gehören zu schien, stand einige Sekunden lang da, formte sich mal in sich zusammen, dann zog er sich wieder in die Länge, bis er eine Form in zehn Metern Entfernung annahm und ihr Gesicht begutachtete, ehe er die Hand aussteckte und mit der Hand über sich selbst strich, sodass seine Fingerspitzen ins Innere ragten. "Hast du eine Genehmigung für diesen Zauber?", fragte die Stimme hämisch-zischend, aber nicht ohne eine gewisse Belustigung "Er kommt mir verboten vor und sollte deinem Liebhaber vorbehalten sein". Seine Fingerkuppen verweilten einige Zeit auf seinen Schatten, dann ging er hinüber ans Fenster und schob die Läden zurück, sodass Mondlicht seine Kluft durchdrang und die dunklen Schatten weichen ließ. Taiyouyas Augen glitzerten zu ihrem Zauber und dann wieder zu Garret, erkannte sein Gesicht und seinen knochigen Körper, der einen Schritt zurückgewichen war und jetzt schräg neben einem Tisch angelehnt an einer Kerze stand, deren flackerndes Licht er zusätzlich entzündete, vielleicht weil er argwöhnte, dass sie ihn nicht direkt erkennen würde und sie die Mondstahlspritze nahe ihres Handgelenks auf dem Brett neben der Tür benutzen könnte. "Der hätte dir gehören können.", gluckste sie und verfolgte, wie er sie musterte, dann zur Seite schaute und darüber nachzugrübeln versuchte, was die richtige Erwiderung darauf war, bis er scheinbar mit einem Zucken seine Gedanken verworf und die Unterhaltung fortsetzte. "Es tut mir leid, dass es solange gedauert hat....." Er schwieg. "Wo sind die anderen?", brummte er knapp und seine Augen erglühten. Firenze, sein Schatten, hatte sich dazu gesellt "JA! Und er hat pausenlos an euch gedacht! Ekelerregend!", der Schatten vollführte eine Rolle nach vorne durch den halben Raum und zeigte sein klares Misfallen durch einige Würgereflexe. Taiyouya lächelte breit...und irgendwie fand sie, dass das, ...naja, schon fast ungewohnt menschlich klang. "Es ist auch schön dich zu sehen, Firenze." Sie begegnete seinem abweisenden Blick und antwortete Garret "Sie sind vor Wochen mit Lilay aufgebrochen. Sie sollten bald zurückkehren." Garret schmunzelte und setzte sich auf den Tisch am Fenster. "Das ist mir bereits zu Ohren gekommen." Taiyouya schaute fragend mit einem fragenden Ist-das-so?-Blick. "Und jetzt bin ich hier, um Ihnen zu sagen, dass sie nach Hause kommen sollen." - "Ach,ja?" - "Sicher", entgegnete Garret. "Ich hörte alles Mögliche in meiner Abwesenheit. Die Leute tratschen gerne.", er rieb sich die Hände, schritt hinüber und zündete das Feuer im Kamin mit der Kerze an. Sie lehnte sich vor, schloss ihre Finger um den Ring ihres Mannes, entspannte sich und setzte sich mit beiden Händen als Kissen auf die kalte, wärmer werdende Bank und ließ gemütlich ihre Beine in Richtung des Feuers baumeln. Garret setzte sich vor ihre Beine auf den Boden dazu und sah sie an. "Hör zu", sagte er... "ich habe dir eine Geschichte zu erzählen."


    Nun, wir sind wieder da. Ich bin wieder da. Auch, wenn wir alle nie wirklich weg waren.

    Aktuell ist noch etwas Pause, da viele auf den aktuellen 70er Content warten.

    Allerdings möchte ich schon jetzt Personen für diesen gewinnen.

    Und natürlich auch für den anstehenden Gildenkrieg.


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    Mit frühlingshaften Schlechtwettergrüßen

    Garrettthethief

  • *lugt kurz rein und verschwindet wieder*